„Ich muss kämpfen und mich richtig anstrengen, um mir Respekt zu verschaffen und meine Kinder dazu zu bewegen, ihre Aufgaben zu erledigen.“
„Lass das“, „Iss nicht mit den Fingern“, „Hör auf, mit ihm zu streiten!“ – Wir sprechen Verbote aus und sagen den Kindern, was sie nicht tun sollen.
„Machst du jetzt endlich mal deine Hausaufgaben?“, „Wie oft habe ich dir schon gesagt ... ?“ – Wir stellen Fragen, die entweder nur Fragen (keine Aufforderungen) sind oder versteckte Vorwürfe.
„Wenn du nicht gleich aufstehst, kommst du zu spät in die Schule.“ – Wir wollen „informieren“, sprechen aber Drohungen aus.
Wer hat sich nicht schon bei ähnlichen – meist völlig wirkungslosen – Sätzen ertappt? Oft sagen wir nicht das, was wir meinen, oder meinen nicht das, was wir sagen. Und sind dann enttäuscht oder ärgerlich, wenn die Kinder sich nicht so verhalten, wie wir es erwarten.
■ Die Kraft der positiven Bilder nutzen – positive Aufforderungen formulieren
Es ist für Kinder schwierig, selbst etwas „Erlaubtes“ zu finden. Sie probieren alles Mögliche durch, was wir dann immer wieder verbieten müssen. Sagen Sie Ihrem Kind deshalb mit einfachen, klaren Worten, wie es die Dinge richtig machen kann. Kurz und positiv formuliert, damit es ein klares Bild davon hat, z.B. „Hier hast du ein Papier zum Malen“.
■ Erst verstehen – dann verstanden werden
Frau Müller ruft (aus dem Wohnzimmer) ins Kinderzimmer: „Lea, Essen ist fertig!“ Keine Reaktion. Sie bittet: „Hallo, Lea, magst du nicht zum Essen kommen?“ Nichts. „Hej, wird’s bald? Bist du taub? Das Essen ist fertig, hab ich gesagt!“ Frau Müller wird wütend.
Was läuft hier schief? Lea baut gerade in ihrem Zimmer ein Lego-Schloss. Sie ist völlig vertieft. Erst der letzte wutschnaubende Satz ihrer Mutter dringt zu ihr durch. Mann, heute ist Mama aber wieder grantig, denkt sie. Ich spiel lieber weiter. Oftmals bemerken Eltern erst in unseren Trainings, dass Kinder, in ihr Spiel / ihre Arbeit vertieft, tatsächlich nicht mitbekommen, was wir von ihnen wollen. Wenn Sie Ihr Kind beeinflussen möchten, ist es das Wirksamste, wenn Sie sich zunächst in seine Welt begeben und es dort abholen. Frau Müller könnte z.B. zu Lea gehen, staunen, was sie Schönes gebaut hat, und erst, wenn ein guter Kontakt hergestellt ist, ihr eigenes Anliegen vorbringen.