Klettern gehört neben Balancieren, Schwingen, Schaukeln, Werfen, Springen, Laufen, Hüpfen, Hängen und Hangeln zu den motorischen Grundbedürfnissen von Kindern und steht im Mittelpunkt eines aktiven Lebens von Heranwachsenden.
Kinder machen beim Klettern wichtige Erfahrungen mit dem eigenen Körper, es kommt zu einer umfassenden Beanspruchung des aktiven und passiven Bewegungssystems, die für eine ganzheitliche Entwicklung, insbesondere für ein positives Selbstkonzept und die Selbstsicherungsfähigkeit von Bedeutung ist.
Kinder sind „Grenzgänger“ - sie suchen sich ganz bewusst Klettermöglichkeiten aus, die herausfordernd sind. Solche komplexen Bewegungsaufgaben sind verbunden mit Nervenkitzel, Erregung und Spannungsreiz, aber auch mit voller Aufmerksamkeit und Konzentration seitens der Kinder. Das Gefühl, etwas gerade so geschafft zu haben, macht die sie stolz und zugleich selbstbewusst. Zudem lernen sie, sich in Wagnissituationen aktiv mit Risiken auseinander zu setzen und lernen somit aus Wagnissituationen, ganz nach dem Motto „das Fallen lernt man erst beim Fallen“ (Reinhard Kahl 1992, „Das Schwindeln der Sinne“, Filmdokumentation, NDR).
Wichtig ist, dass die Kinder selber entscheiden können, welche Bewegungsverführung sie nutzen und welche sie sich vielleicht noch nicht zutrauen. Sie können ihre Leistungsfähigkeit in der Regel sehr gut einschätzen, auch in vermeintlichen Gefahrensituationen, wie beispielsweise beim Klettern auf einen hohen Baum.