… oder der frühe Vogel fängt den Wurm. Diesen Weisheiten folgend und in der Annahme Kinder seien morgens besonders lern- und leistungsfähig, beginnt die Schule vielerorts bereits um 8 Uhr morgens, vereinzelt sogar noch deutlich früher.
Aufgrund der in der heutigen Zeit zunehmend länger werdenden Schulwege stehen Kinder nicht selten vor sechs Uhr auf. Das ist für die Sprösslinge nicht nur sehr früh, sondern vielmehr noch mitten in der Nacht.
Schlafforscher kritisieren, dass dieses zum Teil nächtliche Aufstehen die Konsolidierung von Erlerntem, welches sich insbesondere im letzten Schlafdrittel einpräge, verhindert. Die Kinder würden gerade dieser wichtigen Schlafzeit beraubt, wenn sie frühmorgens quasi aus dem Schlaf gerissen werden.
Dieses „Schlafproblem“ wird dadurch verstärkt, dass Kinder im Durchschnitt deutlich später ins Bett gehen als noch vor einigen Jahren. Unsere Heranwachsenden verbringen ihre Kindheit seltener im Freien, sodass aufgrund des mangelnden Tageslichts innere Zeitgeber fehlen. Wissenschaftler aus dem Bereich der Schlafforschung fordern – basierend auf ihren Erkenntnissen – dass sich die Zeit des Schulbeginns mehr am kindlichen Biorhythmus der heutigen Zeit orientieren sollte und folglich erst bei etwa neun Uhr liegen dürfte. Studien konnten zeigen, dass Kinder, aber auch Jugendliche, am Vormittag und frühen Nachmittag deutlich konzentrierter arbeiten können, als frühmorgens um 8 Uhr.
Der menschliche Organismus benötigt einige Tage, um sich an veränderte Schlafenszeiten zu gewöhnen. Eltern können ihre Kinder unterstützen, indem feste Zeiten eingehalten werden, zu denen die Kinder ins Bett gehen. Rituale, wie Vorlesen oder leises Singen, helfen den Kindern vom stressigen Alltag abzuschalten und sorgen dafür, dass das Schlafengehen als positiv und angenehm empfunden wird.